Selbstbestimmte Ernährung von Babys


Wissen Babys, was gut für sie ist?
Selbstbestimmte Ernährung von Babys

Spätestens beim Abstillen müssen Eltern überlegen, wie und welche Beikost sie einführen möchten. Ein umstrittener Trend ist die vom Baby selbstgeleitete Beikost-Einführung. Die Ernährungsberaterin Jessica Scheugenpflug bewertet das Konzept.

Beim Konzept des „Baby-led weaning“, also der vom Baby geleiteten Beikost-Einführung, wird dem Säugling Nahrung nur angeboten. Eltern füttern ihr Kind nicht – ausschließlich das Kind entscheidet, was es tatsächlich isst. Grundlage ist die Annahme, ein Säugling wisse intuitiv, welche Nahrung er für die Deckung des Nährstoffbedarfs brauche. Durch das „Baby-led weaning“ versprechen sich viele Eltern auf lange Sicht ein weniger wählerisches Essverhalten ihres Nachwuchses, da das Baby Spaß am Ausprobieren entwickelt.

Wie beurteilen Experten das „Baby-led weaning“?

Experten sehen den Ernährungstrend kritisch. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte warnt aktuell vor dieser Beikostmethode. Auch die Ernährungsberaterin Jessica Scheugenpflug sieht ein hohes Risiko für einen Nährstoffmangel: „Eltern haben eine Fürsorgepflicht für ihre Kinder und tragen dafür Sorge, dass sie sich bedarfsgerecht ernähren. Die Intuition, sich in der richtigen Menge und nährstoffgerecht zu ernähren, fehlt Kindern in jungen Jahren einfach noch.“

Kontrolle ist wichtig

Eltern können beim „Baby-led weaning“ zudem nur schwer kontrollieren, wie viel vom Essen im Bauch ihres Kindes und wie viel auf dem Boden gelandet ist, meint die Expertin. Daher sollten Eltern bei der Beikost-Einführung entscheiden, was auf den Tisch kommt und vor allem im Mund des Babys landet. Je nach Alter und Entwicklungsstand kann und sollte das Kind dann zunehmend eingebunden und ihm ein gewisses Maß an Selbstständigkeit übertragen werden.

Quelle: Siemens Betriebskrankenkasse

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