Bewegungstherapie nach Brustkrebs


Personalisiertes Training wirkt besser
Bewegungstherapie nach Brustkrebs

Sport hilft Patientinnen mit Brustkrebs auf körperlicher und seelischer Ebene. Das Training erzielt die besten Erfolge, wenn es persönlich auf die Patientin abgestimmt ist.

Nach einer Brustkrebs-Erkrankung leiden viele Frauen unter starken körperlichen und seelischen Erschöpfungszuständen, dem so genannten Fatigue Syndrom. Eine Bewegungstherapie lindert die Symptome und verbessert den Allgemeinzustand. Wie die Patientinnen den optimalen Nutzen aus der Therapie ziehen, erforschte Priv.-Doz Freerk Baumann Centrum für Integrierte Onkologie (CIO) der Uniklinik Köln. Für den Versuch arbeitete der Sportwissenschaftler mit Prof. Monika Reuss-Borst und der Deutschen Sporthochschule Köln zusammen.

Personalisiertes Training für Frauen mit Brustkrebs

Die Forscher begleiteten knapp 200 Patientinnen durch die ersten zwei Jahre nach ihrer Brustkrebserkrankung. Die erste Teilnehmergruppe durchlief schon während der Reha ein persönlich auf sie abgestimmtes Trainingsprogramm. Nach vier beziehungsweiße acht Monaten kehrten sie zur Reha zurück. Bei der Entlassung erhielten sie einen individuellen Trainingsplan, abgestimmt auf ihre sportlichen Vorlieben und Trainingsmöglichkeiten vor Ort. Die zweite Gruppe absolvierte eine Standard-Reha gemäß aktuell geltender Leitlinien.

Experten fordern Anpassung des Reha-Systems

Bei den insgesamt fünf Befragungen zeigten sich: Studienteilnehmerinnen mit personalisiertem Trainingsprogramm litten seltener unter dem Fatigue Syndrom außerdem kamen sie häufiger auf die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) geforderten 150 Minuten moderater Aktivität pro Woche. „Wenn wir optimale und damit nachhaltige Effekte einer Bewegungstherapie erreichen wollen, dann müssen die Angebote personalisiert gestaltet werden“, kommentiert Prof. Monika Reuss-Borst, Koordinatorin der Reha-Zentren Bad Kissingen und Bad Mergentheim. Die Internistin rät dringend zu einer entsprechenden Anpassung des Reha-Systems.

Quelle: Uniklinik Köln

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