Hunde mit Epilepsie-Gen


Entdeckung hilft auch Menschen
Hunde mit Epilepsie-Gen

Hunde sind nicht nur die besten Freunde des Menschen. Sie teilen auch seine Leiden. Forscher haben bei ihnen ein Epilepsie-Gen entschlüsselt. Von der Entdeckung werden vermutlich auch menschliche Epilepsie-Patienten profitieren.

Die Hunderasse Rhodesean Ridgebacks ist eigentlich zur Großwildjagd in Südafrika bestimmt. Doch die muskulösen, weizenfarbenen Jäger mit dem charakteristischen Strich auf dem Rücken haben ein schweres Erbe: 2 Prozent Prozent von ihnen zeigen schon als Jungtiere epileptische Muskelzuckungen. Ein Drittel der betroffenen Tiere erleidet später heftige Grand-mal-Anfälle – Krampfanfälle mit plötzlichem Bewusstseinsverlust, die für Epilepsie typisch sind.

Forscher finden Epilepsie-Gen

Prof. Andrea Fischer ist Neurologin an der Medizinischen Kleintierklinik der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU). Gemeinsam mit ihrem internationalen Forscherteam hat sie das Geheimnis der majestätischen Hunderasse entschlüsselt. Bei allen betroffenen Tieren ist ein spezielles Gen mutiert, das die Wirkung des  Neurotransmitters Acetylcholin beeinflusst. Der Defekt vererbt sich autosomal-rezessiv. Das bedeutet, in einem Wurf kommen nur dann erkrankte Welpen vor, wenn beide Elternteile das mutierte Gen tragen.

Nutzen für die Tiermedizin

Für ihre Forschungsarbeit entwickelten die Wissenschaftler ein spezielles Video-EEG. Dank ihm gelingt es Tiermedizinern nun früher, die erkrankten Hunde zu erkennen und einer medikamentösen Therapie zuzuführen. Zusätzlich existiert ein Gentest auf das Epilepsie-Gen. Züchter nutzen ihn inzwischen, um gesunde Jungtiere zu erzielen.

Wie Epilepsie-Patienten profitieren

Das Epilepsie-Gen der Rhodesean Ridgebacks interessiert auch die Humanmedizin. Denn das betroffene Gen hat eine Entsprechung im menschlichen Erbgut und seine autosomal-rezessive Vererbung eignet sich für Forschungszwecke. Außerdem erinnern die epileptischen Anfälle der südafrikanischen Hunderasse an die juvenile myoklonische Epilepsie des Menschen. Wissenschaftler hoffen, so mehr über die häufige, aber kaum erforschte menschliche Epilepsieform zu erfahren.

Quelle: Ludwig-Maximilians-Universität München

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