Migräne bei Jugendlichen


Mit Entspannungsverfahren vorbeugen
Migräne bei Jugendlichen

Migräne ist die zweithäufigste Kopfschmerzerkrankung in Deutschland. Kinder- und Jugendärzte geben Tipps, wie junge Patienten Beschwerden lindern und neuen Attacken vorbeugen.

Eines von zehn Kindern zwischen 5 und 15 Jahren und über ein Viertel der Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren leiden an Migräne. Unter Migräne verstehen Mediziner starke Kopfschmerzattacken, die meist pulsierend und halbseitig auftreten. Sie können von wenigen Stunden bis zu drei Tagen anhalten und werden von Lärm- oder Lichtscheu, Übelkeit und Erbrechen begleitet. Oft beeinträchtigen sie dadurch erheblich den Alltag der Betroffenen oder machen ihn gänzlich unmöglich. Bei der Untersuchung müssen Ärzte erst andere Erkrankungen ausschließen, ehe sie bei Kindern eine Mirgräne feststellen, da die Symptome oft untypisch sind.

Therapien werden auf Kopfschmerztyp angepasst

Vielen Kindern mit Migräne hilft es, wenn sie sich in einen abgedunkelten und ruhigen Raum mit einem kühlen, feuchten Tuch auf der Stirn hinlegen. Auch das Balsamieren der Schläfe, des Scheitels und des Nackens mit Pfefferminzöl trägt dazu bei, die Beschwerden zu lindern. Mittlerweile gibt es viele Therapiemöglichkeiten, die auf den Kopfschmerztyp des Kindes angepasst werden. Der Kinder- und Jugendarzt berät junge Patienten, welche Therapie für sie am geeignetsten ist.

Schmerzmittel nur auf ärzliche Verordnung einnehmen

„Keinesfalls sollten Eltern ihren Kindern eigenständig Medikamente geben beziehungsweise Jugendliche ohne ärztliche Beratung zu Schmerzmitteln greifen“, warnt Prof. Dr. Hans-Jürgen Nentwich vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ). „Denn es besteht die Gefahr, dass die Substanzen längerfristig immer weniger wirken, Medikamentenübergebrauch zusätzlich Kopfschmerzen auslöst und die Beschwerden chronisch werden.“

Verhaltensmedizinische Multikomponentenprogramme beugen vor

Wer häufiger an Migräneattacken leidet, beugt am besten mit speziellen Maßnahmen erneuten Anfällen vor. Vor allem sogenannte verhaltensmedizinische Multikomponentenprogramme haben sich bewährt: Heranwachsende erfahren von Fachkräften mehr über ihre Migräne und werden von ihnen über den Zusammenhang mit Stress und anderen Reizsituationen wie Wetterumschwüngen oder Höhenunterschieden aufgeklärt. Besser informiert sind sie in der Lage, eigene Auslöser zu erkennen.

Problemlösungs- und Stressbewältigungsstrategien helfen Kindern und Jugendlichen, gezielt gegen die Kopfschmerzen vorzugehen. Auch Entspannungsverfahren wie die progressive Muskelrelaxation nach Jacobson oder Phantasiereisen werden von den Kinder- und Jugendärzten empfohlen. „Bei stärkeren Kopfschmerzen gibt es eine Auswahl von Substanzen, die sich für Kinder und Jugendliche eignen“, erklärt Prof. Nentwich. „Der Kinder- und Jugendarzt berät gerne beziehungsweise verweist junge Patienten bei Bedarf an einen entsprechenden spezialisierten Facharzt.“

www.kinderaerzte-im-netz.de

Quelle: Therapeutic Advances in Neurological Disorders, Headache

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